Aktueller Zustand der Grokopischer Kirche

Großkopischer Kirche 2017
Arthur Weprich Sa, 25/02/2017 - 21:34
Sabine Haranzha war im Januar 2017 zu Besuch in Großkopisch, um den Zustand der Kirche zu begutachten. Sie hat einen Bericht verfasst und viele Fotos des aktuellen Zustandes der Kirche gemacht. Hier ist ihr Bericht:

Am 28.01.2017 traf ich mich mit dem stellvertretenden Dechanten des Bezirkskonsistorium Ulf Ziegler, Herrn Sebastian Bethge von der Stiftung Kirchenburgen in Hermannstadt, Herrn Lorand Kiss vom Arcus Verein in Neumarkt (T. Mureş) und Herrn Alexander Kloos vom Verein Kulturerbe Kirchenburgen e.V. in Kaiserslautern, zu einer ersten Begehung und Schadensaufnahme in der Kirche von Großkopisch. Der Kurator, Herr Stefan Schuster, war ebenfalls vor Ort.

Gemeinsam gingen wir um die Kirche herum und haben die Risse in den Mauern und in den Gesimsen fotografisch dokumentiert, danach gingen wir in die Kirche, um hier die Schäden aufzunehmen. Im Mittelschiff der Kirche ist vor ca. 2-3 Jahren, ein großes Stück Putz von der Decke gebrochen. Die rechte Wand neben der Orgel, durchzieht ein langer, sich stetig vergrößernder, Mauerriss. Die Orgel selbst ist nach einem Einbruch in einem lamentablen Zustand. Orgelpfeifen wurden zum Teil gestohlen, andere mutwillig aus der Orgel gerissen, bzw. bei dem Versuch sie zu stehlen, stark verbogen. Die Zierschnitzereien am Orgelkorpus sind vom Holzwurm befallen und wurden zum Teil mutwillig abgebrochen. Herr Sebastian Bethge wollte mit einem Orgelbaumeister besprechen, wie man die Orgel evtl. vor Ort reparieren könnte. Herr Bethge meint, ein Abbau des Gehäuses und dessen Abtransport in eine Werkstatt, wären extrem kostspielig. Es bleibt zu überlegen, ob nach einer erfolgten Reparatur der Erhalt der Orgel in der Kirche gesichert werden kann, so dass sie nicht wieder durch einen Einbruch zerstört wird. Auch das hölzerne Taufbecken und der Kanzeldeckel sind durch das Abbrechen von Teilen beschädigt.



Die größten Schäden aber, sind in der Sakristei. Ihr Zustand ist äußerst kritisch. Das Portal durchzieht ein langer Riss, der Rahmen hängt schief. Betritt man die Sakristei, so bietet sich ein trauriges Bild. Die Wände sind nicht nur durch und durch feucht, sie driften auch unter dem zu großen Druck einer Betondeckenplatte, die man vor vielen Jahren als Stütze über das grazile gotische Gewölbe gelegt hat, auseinander. Unter ihrem Gewicht, ist das Deckengewölbe zerbrochen und wird nur notdürftig von unten, durch eine Stützkonstruktion gesichert. Die Wände werden von außen durch alte Metallklammern zusammengehalten. Leider ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Wände nachgeben und die Sakristei von der Kirche wegbricht. Ende Februar, wenn der Boden zu tauen beginnt, ist die Erde unter der Sakristei wieder in Bewegung und wir fürchten, dass Teile der Sakristei (Wände oder Gewölbe) zusammenbrechen werden. Hier ist also ein dringender Handlungsbedarf gegeben.

Eindringendes Regenwasser ist überall in der Kirche ein Problem. Um die Wände austrocknen zu können, muss der Putz großflächig von den Wänden genommen und zerbrochene Fensterscheiben müssen ersetzt werden. Außerdem müssen dringend undichte Stellen im Kirchendach durch das Nachstecken von Dachziegeln ausgebessert werden. Auf dem Dach befindet sich eine bunte Mischung verschiedenster Ziegelsorten. Solche Ausbesserungsaktionen können ohne eine Genehmigung des Denkmalamts erfolgen. Auch die Sanierung der defekten Regenrinnen, das gezielte Ableiten des Wassers durch oberirdische Entwässerungsrinnen und das dringend erforderliche Abstützen der Wände und der Decke in der Sakristei, gelten als Pflegemaßnahmen und bedürfen keiner Genehmigung.



Herr Lorand Kiss (Arcus Verein) hat in der Kirche einige Proben für ein "Putzgutachten" genommen. Außerdem hat er vorsichtig nachgesehen, ob sich außer den Außenfresken am Portal, noch weitere, übertünchte Fresken, in der Kirche befinden. Sein Gutachten wird er mir Ende März vorlegen, zur gleichen Zeit rechne ich auch mit dem Gutachten von Herrn Sebastian Bethge (Stiftung Kirchenburgen). Ich werde am 20.05.2017 in Roth mehr berichten können. Herr Lorand Kiss hat mir versprochen, die stark beschädigten Außenfresken sobald wie möglich notfallmäßig zu fixieren, damit nicht auch noch die letzten Reste unwiederbringlich verloren gehen. Im äußeren Torbogen befinden sich unter der Farbe wahrscheinlich noch mehr Fresken. Herr Kiss ist ein großer Spezialist auf diesem Fachgebiet und die Fresken, werden bei ihm in besten Händen sein.

Im Anbetracht der dringend notwendigen Reparaturmaßnahmen bitte ich Sie herzlich, für die Kirchenburg auf das Ihnen bereits bekannte Konto des Vereins Kulturerbe Kirchenburgen e.V. zu spenden.





Empfänger: Verein Kulturerbe Kirchenburgen e.V.
Stadtsparkasse Kaiserslautern
Verwendungszweck: Kirchenburg Großkopisch
IBAN: DE90 5405 0110 0000 5504 91
BIC: MALADE51KLS

Viele Grüße

Sabine Haranzha



Abschließend das Protokoll des Treffens vom 28.01.2017 in Großkopisch

Anwesende:

- Ulf Ziegler, Dechant im Bezirkskonsistorium Mediasch
- Sebastian Bethge, Baudenkmalpfleger der Stiftung Kirchenburgen, Hermannstadt
- Alexander Kloos, Vorsitzender des Vereins Kulturerbe Kirchenburgen e.V., Kaiserslautern
- Lorand Kiss, Restaurator vom Arcus Verein in Neumarkt
- Sabine Haranzha, Projektpatin der Kirchenburg Großkopisch
- Stefan Schuster, Burghüter in Großkopisch

1. gemeinsamer Rundgang mit Fotodokumentation der diversen Schäden.
2. Besprechung des weiteren Vorgehens im Haus des Burghüters

Zu 1)

Alle Anwesenden sind sich darüber einig, dass die Sakristei die größten Schäden aufweist und hier der dringendste Handlungsbedarf besteht, da evtl. Einsturzgefahr droht. Eine erste Nothilfemaßnahme soll im März 2017 stattfinden. Es ist vorgesehen, die alte Stützvorrichtung auszutauschen, bzw. eine zusätzliche anzubringen, um das Deckengewölbe zu sichern. Herr Sebastian Bethge wird bis Ende März ein Gutachten über die Gesamtschäden und die zu erwartenden Kosten erstellen.

Dachsanierung

Schadhafte Dachziegel sollen durch alte, handgemachte Ziegel ersetzt werden, um weitere Schäden durch eindringende Feuchtigkeit zu verhindern. Gegebenenfalls müssen auch einige morsche Balken im Dachstuhl ersetzt werden. Des Weiteren sollen die Regenrinnen überprüft und wo nötig, erneuert werden. Außerdem soll eine oberirdische Entwässerungsrinne angelegt werden, um das von oben (Berg) herunterlaufende Wasser, von der Kirche fern zu halten.

Sicherung der Außenfresken am Portal

Herr Lorand Kiss wird bis Ende März ein Gutachten über die Fresken und den Putz vorlegen. Die Fresken sollen von ihm vorerst in einer Nothilfemaßnahme konserviert werden, damit die noch verbliebenden Reste erhalten werden können.

Mit Herrn Ulf Ziegler wurde vereinbart, dass der Bezirk Mediasch ein Konto für Großkopisch einrichtet, über welches die laufenden Rechnungen beglichen werden. Der Verein Kulturerbe e.V. Kirchenburgen (Sabine Haranzha und Herr Alexander Kloos) hat jederzeit Einsicht in die Kontobewegungen. Die Spenden werden zweckgebunden für Großkopisch auf dem Konto des Vereins Kulturerbe Kirchenburgen e.V. gesammelt und dann, im Zuge der Bauarbeiten und der Bauabnahme durch den Bezirk Mediasch, für die Begleichung der Rechnungen nach Mediasch überwiesen. Frau Sabine Haranzha verwaltet das gespendete Geld und bemüht sich weitere Spender zu finden.

Der Burghüter Stefan Schuster und seine Frau kümmern sich weiterhin um die Anlage, mähen im Sommer Gras, schneiden die Bäume, halten die Anlage sauber, lassen Besucher in die Kirche und Überwachen deren Kommen und Gehen. Frau Sabine Haranzha plant mit Hilfe von Herrn Schuster, im Frühling zwei junge Batullapfelbäumchen zu pflanzen.

Gezeichnet

Sabine Haranzha


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