Weihnachtsgeschenke für Großkopischer

Meine Cousine, die Sinni Lachmann, vergisst nichts. So hat sie mich daran erinnert dass ich mal gesagt habe, von der Spendenaktion des Stammtisches meiner Schwester zu erzählen.

Wie einigen Großkopischern schon bekannt ist, waren meine Schwester Hedda und ihr Mann Martin 2010 mit ihrem Stammtisch auf Rumänientour, aber vor allem in Siebenbürgen, um ihre Heimat vorzustellen. Der Stammtisch, lauter deutsche Freunde, hat ein Motto – „Zeig mir deine Heimat“ und diesmal war Hedda an der Reihe. Unter anderem wurde dann in Birthälm geschlafen, in Reichesdorf am Sonntag der Gottesdienst besucht und selbstverständlich von Birthälm nach Kopisch den Schulweg zu Fuß gegangen. Es folgte der Spaziergang durch die Gassen in Großkopisch, die Besichtigung der Kirche und des Friedhofes.

Zurück in Erlangen erinnerte man sich immer wieder an die schönen Stunden, die man in Siebenbürgen verbracht hatte. Im Advent kam den Stammtischfreunden die Idee, Geld für die Kopischer zu sammeln und allen Bedürftigen zu Weihnachten eine Spende zukommen zulassen. Das Problem war nur, wie kommt die Spende zu den Kopischern, und wenn möglich auch noch vor Weihnachten?

Wie es der Zufall aber so will, war die Leontina, das ist die Tochter vom Suciu Leonte hinter der Waage, gerade in dieser Zeit bei mir zu Besuch. Leontina hat mit uns (Kieltsch und Kraft Sinni und ich) in der Kindheit oft gespielt. Sie hat sich sofort bereit erklärt, die Spendenaktion zu übernehmen. Nun wurde beratschlagt wie das Geld am besten einzusetzen ist.

Wir kamen zu dem Schluss, dass auf jeden Fall Lebensmittel gekauft werden sollen und an alte Menschen, Alleinstehende und Bedürftige verteilt werden soll. Wir hatten uns ausgerechnet ein Päckchen mit je 1 kg Mehl, Zucker, Reis und 1l Öl sowie ein paar Süßigkeiten, wenn noch etwas Geld übrig bleibt zu packen.

Die Idee war ganz einfach: Leontina bestellt in Kopisch in der „Cooperativa“ die gesamten Lebensmittel und dann muss sie nur noch die Tüten herrichten. Aber wir hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. In Kopisch gehen die Uhren etwas langsamer. Der heutige „Kopischer Cornel“, wer immer das auch sein mag, war mit der Bestellung total überfordert. Nun stand Leontina mit dem Geld in der Hand und wusste nicht weiter. Da hat sich ihr Bruder Luzu bereit erklärt ihr zu helfen. So haben sie die vielen Lebensmittel in Mediasch eingekauft (dort war es übrigens viel günstiger, daher blieb mehr Geld für Süßigkeiten übrig) und mit dem eigenen Auto nach Kopisch gebracht. Mit Hilfe ihres Bruders und dessen Frau haben sie dann innerhalb von 2 Tagen – 5 Tage vor Weihnachten – über 50 Päckchen gepackt und verteilt.

Wir sind ihnen sehr dankbar dafür. Die Spendenaktion wurde 2011 wiederholt. Jedes Mal hat uns Leontina eine Liste geschickt, wem sie ein Päckchen gegeben hat. Sie hat auch versucht wiederzugeben was sie bei der Übergabe so erlebt hat.

Viele alte Menschen waren so überrascht, dass jemand an sie denkt, dass sie vor Freude geweint haben. Ich erzähle dies hier in der Hoffnung, dass es vielleicht Nachahmer gibt. Ich wünsche allen Großkopischern eine schöne Adventszeit, frohe und besinnliche Weihnachten und ein gesundes Neues Jahr.

Hanni Gutt

About Arthur Weprich

Author und Webmaster für grosskopisch.de - geboren 1981 in Großprobstdorf bei Mediasch in Rumänien

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